René Truninger / Kantonsrat und Gemeinderat
Kantonsrat René Truninger

Interpellation: "Perspektiven für Arbeitnehmer ü50"

Mittlerweile ist es ein offenes Geheimnis, dass Arbeitnehmer, welche das 50. Altersjahr überschritten haben, a) zunehmend kaum Chancen haben, den Arbeitgeber zu wechseln und so quasi an ihren Arbeitsplatz gebunden sind oder b) falls arbeitslos kaum bzw. sehr erschwerte Chancen haben, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Dabei sind auch immer mehr bestens ausgebildete Personen aus dem mittleren Führungskader und Spezialistenbetroffen. Aus einem kürzlich bekannt gewordenen, internen Bericht der Pensionskasse der CreditSuisse geht z.B. hervor, dass deren Mitarbeiteranteil bei den 45-54 jährigen Männern noch bei 30%, bei den 55-63 jährigen gerade mal bei 13% liegt. Das dürfte kein Einzelfall sein. Gemässeiner Studie von Lee Hecht Harrisonaus dem Jahre 2013 betrafen damals 41% aller Kündigungen Arbeitnehmer über 50 Jahre. Während 23 Prozent aller Arbeitslosen über 50 Jahre alt sind, liegt der Anteil der Ü50 an Langzeitarbeitslosen bereits bei 41 Prozent. Dies wird mit billigeren jüngeren und vermehrt auch ausländischen Arbeitskräften begründet. Entsprechend werden teils von den Unternehmen Begründungen wie «hohe Sozialkostenabzüge für den Arbeitgeber», «zu hohe Lohnkosten», ausbildungsmässig nicht mehr «up to date»,«zu wenig dynamisch», «passen nicht in die Karriereplanung des Unternehmens»etc. genannt. Folge davon sind wenig motivierte Mitarbeiter oder eben vermehrt solche, die via RAV oder, wenn ausgesteuert, über die Sozialhilfe staatliche Hilfe beantragen müssen. Beides führt zu einem volkswirtschaftlichen Verlust und gesellschaftlichen Problemstellungen, gerade auch unter dem Aspekt des massiven Bevölkerungszuwachses aus dem Ausland.
Wir bitten den Regierungsrat deshalb um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Wie hoch in % der über Arbeitsverträge beschäftigten Personen im Kanton Zürich ist der Anteil der a) 50 -54 Jährigen unterteilt nach Männern und Frauen,und b) der 55 -65-jährigen Männer bzw. 55 -64-jährigen Frauen? Bitte auch unterteilen nach Schweizer und Ausländer.

2. Wie hoch ist die absolute Zahl und liegt der Anteil in % der bei den RAV's im Kanton Zürich registrierten Arbeitssuchenden der unter 1a) und 1b) bezeichneten Personengruppen, gemessen am Total der bei den RAV's gemeldeten Stellensuchenden? Bitte auch unterteilen nach Schweizern und Ausländern.

3. Wie hoch ist die absolute Zahl und liegt der Anteil in % der unter 1a) und 1b) genannten Personengruppen an der Gesamtzahl der Ausgesteuerten im Kanton Zürich? Bitte auch unterteilen nach Schweizern und Ausländern.

4. Wie beurteilt der Regierungsrat des Kantons Zürich die Situation der genannten Personengruppen jetzt und in der Zukunft? Besonders interessieren die Rückschlüsse auf die volkswirtschaftliche Entwicklung unter Berücksichtigung der Sozialkosten und die gesellschaftspolitischen Auswirkungen.

5. Wie beurteilt der Regierungsrat die entsprechende Situation a) in der engeren Verwaltung und b) in den staatlichen bzw. staatsnahen (z.B. ZKB, EKZ, etc.) Unternehmungen? Besonders interessieren auch die Regelungen betreffend vorzeitige Pensionierung und Überbrückungsleistungen des Staates oder der BVK bzw. der PK des jeweiligen Betriebes.

6. Wie beurteilt der Regierungsrat die entsprechende Situation bei den privatwirtschaftlichen Unternehmungen des Kantons?

7. Mit welchen Massnahmen steigert der Regierungsrat Bewusstsein und Verantwortung von Verwaltung, Staatsbetrieben und Privatwirtschaft zum Thema Arbeitnehmer Ü50?


Roger Liebi
René Truninger



KR-Nr. 347/2016




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